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1) Gemeinde Prettau im Tauferer Ahrntal
2) Der Mann im Eis - Rundgang durch Sdtirols Geschichte
In der Gemeinde Prettau wurde schon in
vorgeschichtlicher Zeit Kupfererz geschrft. Heute ist die Gemeinde bekannt wegen seiner
kunstvollen Spitzenklppelarbeiten, angeregt durch Rosa Mittermair. Die Maskenschnitzerei
ist beinahe zu einer Hausindustrie geworden. Sehr zu empfehlen ist ein Ausflug zum
Waldnersee (2338 m), einem der "brllenden" Seen, die Unwetter ankndigen.
ber Kasern (1595 m), der letzten Ortschaft des Tales gelangen wir zum
Knappenkirchlein Hl. Geist (1619 m), das Kardinal Nikolaus Cusanus als Bischof von
Brixen 1455 eingeweiht hatte. In prhistorischer Zeit ist das Tal hauptschlich der
vielen Jcher wegen als Durchzugsgebiet bentzt worden. Erste Siedlungen reichen
mglicherweise so die Gelehrten in die Bronzezeit zurck (Gaiser Pipe, St.
Walburg, Schnbhel bei St. Johann, Piperbhel bei St. Peter und Piprigkofel in
Prettau). Illyrer waren wohl erste Siedler, vielleicht auch Kelten. 15 n. Ch. kamen Rmer
und Ende des 6. Jahrhunderts drangen von Norden her die Bajuwaren. Mit dem Sturz Herzog
Tassilos III durch Karl den Groen wurde auch das Tauferer-Ahmtal Teil des Frankenreiches
und spter des deutschen Reiches. Das Gebiet kam dann zur Grogemeinde Pustertal, das im
Machtbereich der Brixner Frstbischfe war, die es ihrerseits den Herren von Taufers zu
Lehen berlieen. Nach dem Aussterben derselben (1309) kam es auf Umwegen schlielich
zum Territorium der Grafen von Tirol und seiner Geschichte. Aus Urhfen erste
Dauersiedlungen hier gehen auf 1070 zurck entstanden nach und nach Hofgruppen. Sie
wurden in "Pimberche" zusammengefat. Das waren Nachbarschaften oder
Verwaltungsgemeinschaften. Daraus leiteten sich spter die Katastralgemeinden und die
heutigen Fraktionen ab. Wie berall im buerlichen Bereiche lebten auch die Tauferer und
Tlderer in Selbstversorgung. Dazu waren neben Wohn- und Futterhaus (Paarhof) noch andere
Baulich- keiten notwendig: Kornkasten, Backofen, Mhle, Brechlhtte, Machhtte; weit
entlegene Hfe hatten auch noch eine Kapelle. Da eine Selbstversorgung heutzutage nicht
mehr erfolgen kann, sind diese Zubauten teilweise dem Verfall preisgegeben. Die moderne
Entwicklung ist auerdem durch die Zunahme von Neubauten weichender Erben und die
Errichtung von Beherbergungsbetrieben gekennzeichnet. Die Bauttigkeit hat zu einer
beachtlichen Zersiedelung in diesem schnen Tale gefhrt. Hat sich auch manches im Leben
des Bergbauern zum Besseren gewendet, hart und entbehrungsreich bleibt es weiterhin. Wie
jeder Sdtiroler, so liebt auch der Tauferer und "Tlderer" seine Bruche,
die nicht altern. Sie kreisen um Weihnacht und Ostern, Lenzbeginn und Ernte, um Fasnacht
und Hochzeit, um Geburt und Tod. Zu Allerheiligen prahlen Buben und Mdchen mit den
mchtigen Brotgebilden, Rossen und Hennen, die sie von den Gten und Goteln (Paten und
Patinnen) bekommen. In den Abenden der Allerseelentage klagt wehmtig ein Lied vor den
Haustoren; es sind die "Pitschelesinger", so genannt, weil ihnen die Buerin
ein kleines, eigens gebackenes Brot "Pitschele" als Gabe reicht.
Zu Weihnachten ruchert der Bauer Stube und Gaden, Kammer und Keller, Stall und Stadel.
Das laute Volk der Schler sagt das neue Jahr an ber Berg und Tal: "Wir wnschen
enk a glckseligs, freudenreiches nois Johr; Glck und Segn s gonze
Johr!" Um Ostern gibt es das Geweihte. Durch den prangenden Hochsommer zieht die
Prozession im Spiel der Musik und im Schritt der Schtzen. Bekenntnisfeuer zu Ehren des
gttlichen Bundesherrn lodern in die Nacht. Den Frauenbuschen weiht der Priester am
groen Frauentag (15. August). Lustig steht der "Kirchtagsmichl" um Kirchweih
am Dorfplatz. Ein besonderes Fest war einmal die Heimkehr der Khe von den Almen jenseits
der Jcher. Viel wre noch zu erwhnen wie Musikkapellen, Gesangsgruppen, Spielgruppen
oder der Falkenklub der Drachenflieger als Ausdruck der Lebensfreude und des Lebengefhls
der Talbewohner. Die wenigen Striche mgen helfen, zusammen mit den schnen Fotos ein
Bild zu vermitteln der Landschaft, der Menschen, ihrer Haltung und Lebensweise. Hat auch
die alles nivellierende und allzu materiell orientierte Zeit vieles fortgeschwemmt, es
gibt noch Urtmliches und Echtes, gewachsen aus berzeugung und gelebter Tradition. Es
lohnt sich, danach Ausschau zu halten!
Der Mann im Eis - Rundgang durch Sdtirols Geschichte

Sdtiroler Archologiemuseum ist neuer
Anziehungspunkt in der Landeshauptstadt
Der tzi und seine Beifunde bilden den zentralen
Teil dieses neuen Museums in Bozen.
Ende Mrz wurden die Tren des Sdtiroler Archologiemuseums in der Museumstrae in Bozen fr die Besucher geffnet. Im Mittelpunkt steht dabei der Mann aus dem Eis und seine Beifunde. Das Museum ldt zu einem interessanten Rundgang durch mehrere 1000 Jahre Geschichte unseres Landes. Auf rund 1.200 Quadratmetern Ausstellungsflche werden die Ur- und Frhgeschichte Sdtirols vom Ende der jngsten Eiszeit (15.000 vor Christus) ber die Steinzeit, die Kupferzeit mit dem Eismann, die Bronze- und Eisenzeit, die Rmerzeit bis hin zum frhen Mittelalter, der Zeit Karls des Groen (um 800 n. Chr.) dokumentiert.
Erlebnis Museum
Um die geschichtliche Entwicklung so klar als mglich darzulegen und so
anschaulich wie mglich zu gestalten, wurden die Originalfunde durch Modelle,
Rekonstruktionen, Raumbilder, Videos und interaktive Multimediastationen ergnzt und
didaktisch aufbereitet. Durch diese Art der Aus- bzw. Darstellung wird der Museumsbesuch
noch interessanter und abwechslungsreicher, so da er auch fr Kinder zu einem Erlebnis
wird. Der Eingangsbereich des Museums ist als Servicezone konzipiert. So befinden sich
dort die Kassa, die Garderobe, ein Museumsshop sowie eine Cafeteria, wobei letztere zwei
auch ohne Eintrittskarte zugnglich sind. Im Tiefparterre sind ein Didaktikraum und ein
Raum fr Wanderausstellungen untergebracht. Dem Besucher stehen mehrere Mglichkeiten
der Museumsbesichtigung zur Auswahl. So kann er es sozusagen auf eigene Faust
erkundigen, wobei er sich anhand der zahlreichen Text- bzw. Videobeschreibungen
orientiert. Weiters kann er gegen Entgelt ein acustic-guide-Gert, also einen
persnlichen Fhrer ausleihen, auf welchem detailliertere Informationen zu den
schwerpunktmigen Inhalten des Museums in verschiedenen Sprachen abgehrt werden
knnen. Zu den bereits bestehenden Sprachen (deutsch, italienisch, ladinisch, englisch)
wird demnchst auch noch eine spanische, japanische sowie franzsische Version angeboten
werden. Schlielich werden bei Gruppen von mindestens 15 Personen von eigens
ausgebildeten Fhrungskrften entsprechende Fhrungen angeboten. Dafr ist eine
Anmeldung erforderlich.
Adresse: Archologiemuseum, Museumstr. 43, Bozen, Tel. 0471/982098 oder 982576; Fax:
0471/980648 ffnungszeiten: Bis 30. September: Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr;
Donnerstag: 10 bis 20 Uhr: Montag geschlossen; an Feiertagen geffnet. Vom 1. Oktober bis
30. April 1999: Dienstag bis Sonntag: 9 bis 17 Uhr; Donnerstag: 9 bis 20 Uhr; Montag
geschlossen; an Feiertagen geffnet; 25. Dezember und 1. Jnner geschlossen.
Eintrittspreise: Eintritt 10.000 Lire; Kinder bis zu sechs Jahren frei; reduzierter Preis
von 5.000 Lire: Gruppen von mindestens 30 Personen 7.000 Lire pro Person.